Die Inspektion gehört zu den Terminen, die man mitnimmt, ohne genau zu wissen, was dabei passiert. Auf der Rechnung stehen dann Positionen, die sich nicht selbst erklären. Dabei ist der Umfang keineswegs Auslegungssache: Er ergibt sich aus dem Wartungsplan des Fahrzeugherstellers.

Der Wartungsplan gibt den Takt vor

Jeder Hersteller legt für jedes Modell fest, welche Arbeiten nach welcher Laufleistung oder nach welcher Zeit fällig sind. Maßgeblich ist immer, was zuerst eintritt. Ein Fahrzeug, das wenig bewegt wird, braucht seinen Service trotzdem, weil Öl, Bremsflüssigkeit und Dichtungen auch im Stand altern.

Viele neuere Fahrzeuge arbeiten zusätzlich mit variablen Serviceintervallen. Das Steuergerät wertet Fahrprofil, Ölqualität und Betriebsbedingungen aus und meldet den Termin selbst. Häufige Kurzstrecken verkürzen das Intervall, gleichmäßige Langstrecke verlängert es.

Aus dem Wartungsplan ergibt sich auch, dass nicht jede Inspektion gleich aussieht. Kleine und große Inspektion unterscheiden sich im Umfang, und einzelne Positionen wie Zahnriemen, Bremsflüssigkeit oder Zündkerzen haben eigene Intervalle, die nur gelegentlich zusammenfallen.

Typische Positionen einer Inspektion

Je nach Fahrzeug und Intervall gehören dazu:

  • Motoröl und Ölfilter wechseln, Ölstand und Dichtheit prüfen
  • Luftfilter, Innenraumfilter und je nach Motor Kraftstofffilter
  • Bremsanlage prüfen: Beläge, Scheiben, Leitungen, Schläuche, Funktion der Feststellbremse
  • Bremsflüssigkeit prüfen und im vorgegebenen Intervall wechseln, weil sie Wasser aufnimmt und der Siedepunkt sinkt
  • Fahrwerk und Lenkung auf Spiel, Verschleiß und Beschädigungen kontrollieren
  • Reifen: Profiltiefe, Luftdruck, Alter, Verschleißbild und Zustand des Ersatzrads oder Pannensets
  • Beleuchtung, Signalanlage, Scheibenwischer und Waschanlage
  • Batterie, Ladesystem und Zustand der Anschlüsse
  • Kühl-, Brems- und Scheibenwaschflüssigkeit, Frostschutz
  • Keilrippenriemen, Schläuche und Sichtprüfung des Motorraums auf Undichtigkeiten
  • Abgasanlage und Unterboden sichtprüfen
  • Fehlerspeicher aller Steuergeräte auslesen und offene Serviceaktionen prüfen

Zunehmend gehört auch der Blick auf Software-Stände dazu. Wo Hersteller Rückrufe oder Serviceaktionen hinterlegt haben, gehört das zumindest angesprochen.

Inspektion und HU sind zwei verschiedene Dinge

Die Hauptuntersuchung ist gesetzlich vorgeschrieben und wird von einer amtlich anerkannten Prüforganisation oder einem anerkannten Prüfingenieur durchgeführt. Geprüft wird, ob das Fahrzeug den Vorschriften entspricht und verkehrssicher ist. Die Abgasuntersuchung ist Bestandteil der Hauptuntersuchung. Ergebnis ist die Prüfplakette, nicht ein gewarteter Zustand.

Die Inspektion dagegen ist eine vertragliche Wartung nach Herstellervorgaben. Sie tauscht Verschleißteile aus, bevor sie ausfallen, und dokumentiert den Zustand. Eine bestandene HU sagt nichts darüber aus, ob der Zahnriemen fällig ist. Umgekehrt ersetzt eine frische Inspektion keine HU.

Praktisch ist es sinnvoll, beide Termine zusammenzulegen. Fahrzeuge fallen bei der HU regelmäßig wegen Kleinigkeiten durch, die bei einer vorbereitenden Durchsicht auffallen: Beleuchtung, Bremsleistung, Reifen, Rost an tragenden Teilen, undichte Manschetten. Werden diese Punkte vorher erledigt, entfällt die Nachprüfung.

Diagnosegerät am OBD-Anschluss unter dem Armaturenbrett, Messwerte auf dem Display
Fahrzeugdiagnose am OBD-Anschluss

Servicenachweis und Garantie

Die Dokumentation ist der Teil, den man am schnellsten unterschätzt und beim Verkauf am deutlichsten spürt. Eingetragen wird entweder ins Serviceheft oder in den digitalen Servicenachweis des Herstellers. Beides erfüllt denselben Zweck: eine lückenlose Kette, wer wann was nach welchem Plan gemacht hat.

Für die Herstellergarantie ist das entscheidend. Die Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung der EU stellt klar, dass Hersteller Garantieleistungen nicht davon abhängig machen dürfen, dass die Wartung ausschließlich in ihrem Vertragsnetz stattfindet. Verlangt werden darf, dass nach Herstellervorgaben gearbeitet und dass Teile in entsprechender Qualität verwendet werden. Diese Regelung wurde verlängert und gilt weiter.

Damit das im Garantiefall trägt, müssen drei Dinge zusammenpassen: der richtige Wartungsplan für Ihr Modell, Betriebsstoffe und Teile nach Herstellerfreigabe, und eine Rechnung, auf der Arbeiten und Teile einzeln aufgeführt sind. Eine Sammelposition "Inspektion durchgeführt" ohne Details ist im Zweifel kein guter Nachweis.

Nebenbei zahlt sich der Nachweis beim Wiederverkauf aus. Ein lückenloser Servicenachweis ist eines der wenigen Argumente, die sich am Gebrauchtwagenmarkt nicht wegdiskutieren lassen.

Was Sie zum Termin mitbringen und erwarten dürfen

Bringen Sie das Serviceheft oder die Zugangsdaten zum digitalen Servicenachweis mit, dazu die Zulassungsbescheinigung. Nennen Sie Auffälligkeiten, auch die kleinen: Geräusche in Kurven, ein Ziehen beim Bremsen, ein Geruch, ein Warnhinweis im Display.

Erwarten dürfen Sie, dass der Umfang vorab benannt wird, dass zusätzlicher Bedarf, der sich erst am Fahrzeug zeigt, vor der Ausführung mit Ihnen abgestimmt wird, und dass Sie am Ende erfahren, was in absehbarer Zeit ansteht. Verschleiß kündigt sich an. Eine gute Rückmeldung sagt Ihnen nicht nur, was gemacht wurde, sondern auch, was beim nächsten Termin fällig wird.

Wie das Autozentrum Kozak helfen kann

Im Autozentrum Kozak arbeiten wir bei der Inspektion nach dem Wartungsplan Ihres Herstellers und tragen das Ergebnis im Serviceheft oder im digitalen Servicenachweis ein, damit Ihre Garantieansprüche erhalten bleiben. Was über den geplanten Umfang hinausgeht, besprechen wir vorher mit Ihnen, statt es auf die Rechnung zu setzen. HU und AU lassen sich mit dem Inspektionstermin verbinden, wir prüfen die typischen Mängelpunkte vorab. Mehr dazu unter Kfz-Meisterbetrieb, Termine vereinbaren Sie über die Anfrage für Inspektion und Service.